Über drei Generationen verbrachte meine Familie ihr Arbeitsleben in der KuSpi. Und zwar von der Lehrlingszeit an. Da gab es dann zum Jubiläum ein Urkunde, eine Ehrenmedaille, eine Goldene Uhr (ich bin ja mehr zum Goldenen Aluhut nominiert) – aber auch eine Gratifikation!


Nach hundert Jahren, hätte man bei Aktienbeteiligung Anteile erwerben können, wie es heute in manchen Firmen möglich ist, evtl. ein kleines Vermögen ansparen. Gab es damals leider noch nicht.


Im Gegenteil: Obwohl beide Eltern incl. Samstag arbeiteten, war bei uns oft Schmalhans Küchenmeister. Ich lernte früh: Als Arbeiter, das wird nix. Immerhin: Mein Vater war in der Gewerkschaft, wählte Cognac Willy Frahm, Künstlername Brandt? Hätten wir damals was vom Unterwerfungsbrief gewusst, den Bahr verpfiff, oder eigenartige Deals zu Globke, wer weiß. Das war eben die internetlose Zeit, da wusste man nur das, was man an Informationen, die meist Fakenews waren, hingeworfen bekam.


Meine Großmutter erzählte mir, dass „ganz früher“ Arbeiter aus dem ländlichen Umfeld per Polizei abgeholt wurden, wenn sie nicht zur Arbeit kamen. Oft halfen sie im Sommer lieber bei der Ernte oder konnten wegen schlechtem Wetter nicht kommen. Der damalige Eigentümer, Geheimrat Dr. Fritz Hornschuch, ließ jedoch früh Arbeiterwohnungen bauen, so dass die Arbeiter aus dem ländlichen Raum in die Nähe der Spinnerei ziehen konnten. Eine 3 ha großen Wohnkolonie für die Arbeiter, die bis heute Hornschuchshausen genannt wird, wurde am Standort Mainleus gebaut. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden insgesamt 51 Häuser für etwa 300 Bewohner errichtet. Das Ensemble steht noch und wird bewohnt. Auch in Kulmbach wurden 1906 bereits Werkswohnungen errichtet und kleine Häuser für die Meister! Deshalb hießen viele KuSpi Söhne auch „Fritz“ – mein Vater auch. Der aber gleich Friedrich Wilhelm, wegen der Begeisterung fürs Kaiserhaus!



Seltsam, die Begeisterung der Armen  für den Adel!


Meine Oma wusste doch nur zu gut, wie demütigend es war, als Dienstmädchen bei der besseren Gesellschaft verdummdödelt zu werden und lernte mir mit drei Jahren Lesen und Schreiben und die Bibel rezitieren! Ich war dann auch der Erste aus der Familie, der auf eine höhere Schule ging. Allerdings musste ich nicht die Mauern einer geheimen Elite überwinden, Kulmbach war immerhin über zweihundert Jahre Freimaurer-Hochburg, an die Bayreuther Loge angeschlossen, sondern die eigene Familie wollte mich ausbremsen – mein Vater befürchtete, das so dringlich erwartete „Kostgeld“ erst spät, oder nie, kassieren zu können 😉


Aber zurück zur KuSpi. Dort arbeitete meine Mutter mit mehreren Frauen an einer Spulmaschine. Später dann musste eine Frau eine Maschine alleine bedienen. Dann kamen die Automaten und eine Frau bediente mehrere Automaten, mit enormer Produktivitätssteigerung. Das alles nützte nichts, trotzdem war die Konkurrenz aus Fernost zu hart. Der Hauptbetrieb in Kulmbach wurde 1996 allerdings stillgelegt. Die Gebäude wurden zum ersten Kulmbacher Gewerbepark „fritz“ umgebaut. Nach verlustreichen Jahren wurde die Aktiengesellschaft aufgelöst und im Rahmen eines Management-Buy-out als GmbH in Mainleus weitergeführt. Kohl half damals der Wirtschaft mit der sog. Frühverrentung. Angeblich, um Arbeitsplätze für Jüngere frei zu machen, in Wirklichkeit eine verdeckte Wirtschaftsförderung über die Sozialkassen.



Trotz enormer Produktivitätssteigerung, keine Chance für die Textilindustrie am Weltmarkt?



Einer meiner Freunde war Bäcker in einer Großbäckerei. Mit fast 50 anderen Bäckern, backte er dort das warme dampfende Brot 😉  Später waren es nur noch eine Handvoll Leute, welche die Fertigteige in den Betonmischer-ähnlichen Backautomaten zusammenrührten. Auch hier: Am Ende wurde doch dicht gemacht.


In meinem Basisberuf, der Schriftsetzerei, ging es noch rasanter zur Sache. Heute sieht man Akzidenz-Setzer am historischen Weihnachtsmarkt und die Enkel staunen: Opa, so alt bist Du? Vom Maschinensatz über den Fotosatz und Computersatz ging die Entwicklung. Man ließ ganze Zeitschriften in Asien am Computer  setzen, in Osteuropa drucken, in Deutschland dann verkauft. Auch hier geht es nun rapide bergab, manche Zeitungen stellen gerade den Printverkauf ein, wie ja auch der letzte Otto-Katalog gedruckt wird.


Eine rasende Entwicklung, die für manche Arbeitnehmer zu schnell ist, die dann nicht mehr mitkommen, wenn man ein bisschen sparsam aus der Wäsche schaut. Ich sehe allerdings HartzIV- Familien, die im Gegensatz zu meiner Kindheit „reich“ sind. Warme Wohnung mit Bad, Fernseher, Handy, Computer, Internet usw. Davon haben wir nicht einmal träumen können. Allerdings sind es nur noch 14 Millionen steuerpflichtige Arbeitnehmer, die den Laden am laufen halten und die Basis für die 1,4 Millionen Millionäre bilden 😉


Kann man das nochmal steigern, eine Art Paradies für Alle mit Wohlstand für Alle erwirtschaften? So jedenfalls verkaufen es die Lobbyisten wie im Wahn: Das kommende Paradies per digitaler #Industrie4.0 incl. Künstlicher Intelligenz. Ausgerechnet Deutschland, mit seinen vielen maroden Schulen, und Schulabgängern, die für einen Fach-Beruf ungeeignet sind, will nun Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz werden. Was soll man auch machen, wenn die Gehirne der IBIMSE voller #Glyphosat, #Glycidyl, #Phthalaten und dumm machenden Nanopartikeln sind? Dann braucht man halt KI! Aber komisch, aus Kriegsgebieten und Ländern, die viel ärmer sind als Deutschland, da holt man in der Zwischenzeit Fachkräfte, die auch noch gesünder sind, als wir, das AOK-System sogar stabilisieren – sagt die Lobby! Seltsam!
Zweifel sind angebracht?



Bonität vorausgesetzt

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