Wenn man mal die „60“ überschritten hat, dann muß man sich langsam vom einen oder anderen Weggefährten/in verabschieden. Denn entgegen der verbreiteten #Nudging-These, versterben heute auffällig viele Freunde und Bekannte zu früh. 

Grab

Selbst schuld!?

Das ist ein ganz wichtiger #Nudging-Glaubensartikel, der mit viel Aufwand verbreitet wird: Krank und zu früh verstorben – selbst schuld! Und da haben wir Deutsche dann auch kein Mitleid.

Peter B. ist das Gesicht zu einer kurzen Meldung der Bundespolizei. Er half zwei Frauen gegen ihre Peiniger und wurde selbst zum Opfer. Die Täter flüchteten, aber auch die beiden Damen verschwanden. Das war am Bahnhof Ostkreuz in Berlin.  Um 18.45 waren reichlich Fahrgäste am Bahnsteig – keiner hilft? Na ja, selbst schuld – was mischt er sich da ein.

Jedenfalls ist es heute schneller mal vorbei, als man denkt. Wieder einen Kumpel viel zu früh zu Grabe getragen. Helmut war ein herzensguter Mensch. Im Urlaub hat er gepanschtes Speiseöl nicht vertragen. Dass man daran stirbt!? Herzensguter Mensch, wie altmodisch das heute klingt. Wie aus einer anderen Zeit. Gibt es das überhaupt noch?

Einen kleinen Nachruf sollte ich verfassen. Gar nicht so einfach! „Für immer unvergessen“ sagt man und schreibt es auf den Grabstein – besonders bei jenen, die morgen bereits vergessen sind.  Eigentlich sollte man seinen Nachruf selbst verfassen – vorher – bevor man tot ist. Sonst schreiben ihn andere.

Mein Auto, mein Haus, meine Yacht, meine Frau, meine Geliebte! Damit wird man im Jenseits wohl nicht aufschlagen können. Helmut wird im „Himmel“ sicher gut ankommen, denn er verfügte zu Lebzeiten über die wichtigsten Voraussetzungen, die im Himmel wichtig sind:

  1. Er hatte Humor (auch wenn oft niemand lachte)
  2. Er konnte lange Geschichten erzählen (in der Ewigkeit sehr wichtig)
  3. Er liebte die Trivialität, nachdem er zahlreiche Philosophen studiert hatte.
  4. Er konnte singen (dachte er)

Vivat Stultitia

Moriae encomium, zu deutsch: Lob der Torheit  (oder Lob der Narrheit) ist der Titel eines der bekanntesten Werke des niederländischenHumanisten Erasmus von Rotterdam. Das Werk ist auch als „Laus stultitiae“ bekannt. Erasmus schrieb sein Werk 1509 während eines Aufenthalts bei seinem Freund Thomas Morus in England. Bereits Jahre zuvor (1506) adaptierte Erasmus satirische Texte des hellenistischen Satirikers Lukian von Samosata (120-180) (der später auch der Voltaire der Antike genannt wurde) und gab sie – gemeinsam mit Thomas Morus – als Werksammlung Luciani opuscula heraus.

Vor über 500 Jahren wurde bereits das Wichtigste beschrieben.  Uns bleibt heute die Trivialität der Schlagertexte:

Heile, heile Gänsje

 

Schreiben Sie Ihren Nachruf, bevor es andere tun.
In fünf Schritten zur Unsterblichkeit

Lassen Sie sich nicht entmündigen! Je stärker die Dressur in unserer Gesellschaft, desto größer die Zahl der Ratgeber, die uns suggerieren, wir könnten unser Denken, Tun und Fühlen befreien. Bewusstseinsindustrie und Konsumgüterproduzenten arbeiten Hand in Hand. Individualität wird wie eine Konfektionsware gehandelt. Im Discounter der designten Persönlichkeitsstrukturen werden wir stündlich aufgefordert zuzugreifen: „be happy, be free, be divergent …“ Finger weg! Die letzte Freiheit, die uns bleibt ist: unserem Leben einen Sinn zu geben, der nicht in den Warenbüchern vorgezeichnet ist. Wie das gehen kann? Schreiben Sie ihren Nachruf zu Lebzeiten. Hierzu eine Anleitung von Gregor Eisenhauer – in fünf einfachen Schritten zur Unsterblichkeit. Quelle

Jedenfalls werde ich meinen Nachruf selbst verfassen. Mal sehen, ob ich mit ein paar Flaschen Barolo meinem Gehirn ein paar Gedanken dazu entlocken kann. Fatal: Im Suff, da hat man für eine Sekunde die „Wahrheit und den Sinn des Lebens“ ganz deutlich vor Augen – am nächsten Morgen, wie weggeblasen – Schade!

Danke, dass sie mir helfen, meinen Barolobestand wieder aufzufüllen!

 

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