NH hotel_berlin Foto Flickr - Alexander Busch

Hotelneubau in Berlin – Foto Alexander Busch

Zahl der Hauptstadt-Hotels nimmt weiter zu

Berlin besitzt eine der modernsten Hotellandschaften Europas. Vom Luxussegment bis in den Low-Budget-Bereich stehen Berlin-Besuchern aktuell mehr als 137.000 Betten in 774 Betrieben zur Wahl. 2016 entstehen neue Hotels vor allem in Mitte und rund um den Ostbahnhof in Friedrichshain: Mehr als 1.200 Zimmer werden dort gebaut. Die neuen Hotels setzen verstärkt auf edle Restaurants und Bars und attraktive Fitnessangebote. Quelle

Der Hotelbauboom in Berlin hält an: 30 Häuser entstehen laut Dehoga derzeit. Jeden Monat werden neue eröffnet: Grimm’s im Juli, Amano im August, RIU im September. Motel One hat gleich zwei Großprojekte am Zoologischen Garten und am Alexanderplatz.  Quelle

Da ist aber auch was los in Berlin – nicht nur zum 1. Mai!

Über 20 Millionen Menschen kommen alleine per Flugzeug. Das führt dazu, dass wir in Berlin oft auf einen schönen blauen Himmel verzichten müssen, weil die Kondensstreifen und „künstlichen Zirren des Flugverkehrs“ den Himmel regelrecht dimmen.

Klimarettung

Oder hat man sich da nun ein wenig verrechnet? Denn schon melden die vielen Luxuseinkaufsmeilen einen Kundenmangel. Ausgerechnet in Berlin-Mitte will man nun den Vermietern von Ferienwohnungen auf die Schliche kommen. Berlin Besucher weichen nämlich  gerne auf die 6000 Feriendomizile in Berlin aus – 1800 soll es davon in Mitte geben. Das wird den Hoteliers nicht gefallen.

Tausende von Bediensteten schuften für das Wohl der Gäste

Um die Touristenmassen unterzubringen, gibt es in Berlin hunderte Beherbergungsbetriebe, darunter 535 Hotels und 98 Pensionen, die über rund 132.000 Betten verfügen. Die renommierten Namen des 5-Sterne-Segments sind hinlänglich bekannt: Adlon, Hyatt, Interconti, Kempinski, Ritz, Steigenberger, Westin Grand und neuerdings der hässliche Hotelklotz des Waldorf-Astoria am Bahnhof Zoo. Der Personalbestand im Hotel- und Gaststättengewerbe beträgt schätzungsweise rund 275.000 Mitarbeiter, die jährlich einen Umsatz von über 10 Milliarden Euro erwirtschaften.  Quelle

Die schöne, schnöde Hotelwelt ist nur eine vorgegaukelte Fassade. Die Gesetze des rationalen Wirtschaftens haben auch das Hotel- und Gaststättengewerbe voll durchdrungen: Die Preise werden scharf kalkuliert, der Kostendruck wird soweit wie möglich gesenkt. Längst haben die Hotelketten einen Teil ihrer Arbeitsleistung an Subunternehmen „outgesourct“.

Diese Fremdfirmen konkurrieren um die Hotelaufträge, indem sie ihre Dienstleistung möglichst preiswert anbieten. Das Funktionieren des Hotelbetriebs geschieht auf Kosten der Beschäftigten in der Küche und im Housekeeping: Ganz unten in der Personalhierarchie stehen die Zimmermädchen bzw. Roomboys.

Arm aber sexy“ findet der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) die Berliner Zimmermädchen. Und der frühere Wirtschaftssenator Harald Wolf (Die Linke) fand in seinem„Tourismuskonzept Berlin – Handlungsrahmen 2011+“ auf 43 Seiten lediglich folgende milde Worte zur Verschleierung der Arbeitsmarktsituation in der Hotelbranche:

Der nicht zu vernachlässigende Anteil prekärer Beschäftigungsverhältnisse lenkt den Focus weiterer Bemühungen auf die Sicherung guter Arbeitsbedingungen, die auch Gegenstand der vorhandenen Qualitätswettbewerbe und zukünftiger Gütesiegel in diesem Bereich werden sollen. Quelle

Im Dezember 2013 setzte das Hauptzollamt Berlin (HZAB) in einem so genannten Verfallbescheid fest, dass ein Reinigungsunternehmen 1,7 Millionen Euro, die Differenz zwischen dem tatsächlich gezahlten und dem vorgeschriebenen Gehalt, an seine Servicekräfte nachzahlen muss; hinzu kam eine Strafe in Höhe von 100.000 Euro. Im Rahmen des jahrelangen Ermittlungsverfahrens hatte der Zoll immerhin 675 Zeugen vernommen. Um welches Unternehmen es sich handelte wollte der HZA-Pressesprecher Michael Kulus mit Hinblick auf seine Vorschriften zum Steuergeheimnis und zum Sozialdatenschutz nicht mitteilen. Während jeder kleine Ladendieb im öffentlichen Strafprozess seine Identität preisgeben muss, schützt der „Rechtsstaat“ so die großen Verbrecher? Nur ein Idiot hätte etwas anderes erwartet.

Ein Problem ist, dass sich nicht genügend deutsche Staatsangehörige für diese „geringen“ Tätigkeiten finden. Der Anteil der Arbeitsimmigranten beträgt mittlerweile 30 bis 40 Prozent, hinzukommen die Ausländer, die in der Bundesrepublik geboren wurden, aber keine deutschen Staatsbürger sind. So ist die Gebäudereinigungsbranche auf die Arbeitssuchenden aus Russland, Polen, Kroatien, Serbien, Bulgarien und der Türkei angewiesen, die sich mangels Sprach- und Rechtskenntnissen nicht wehren können.

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So herrschen auf dem Berliner Arbeitsmarkt Zustände wie in Wildwest, obwohl gleich mehrere Behörden in die Überwachung und Bekämpfung der verschiedenen Formen von Wirtschaftskriminalität eingebunden sind.

Aber Berliner Staatsanwälte und Richter rufen ohnehin gerade einen Notstand aus und kritisieren unhaltbare Zustände. So wird es auch mit Interesse aufgenommen, dass Ladendiebstähle zukünftig einfacher gehandhabt werden sollen.

Wohnen und arbeiten am gleichen Ort – dass klappt nicht immer

Wer wenig verdient, kann keine teuren Mieten bezahlen. Für viele polnische Pendler bedeutet das nochmals eine langen Arbeitsweg. 300000 pendeln täglich nach Berlin hinein – davon knapp 200 000 aus Brandenburg. Wie viele Pendler aus Polen kommen, das weiß man aus den bekannten Gründen nicht so ganz genau.

Andererseits fahren 168 000 Berliner – Auspendler genannt – aus der Stadt heraus an ihre Arbeitsorte. Jeder zweite von ihnen arbeitet im Land Brandenburg, insbesondere in Potsdam und Dahme-Spreewald. Quelle

 

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