Darf man töten um zu retten?

Ferdinand von Schirach Paulus Ponizak - Piper Verlag  per OTRS

Ferdinand von Schirach

Foto: Paulus PonizakPiper Verlag / per OTRS/Wikipedia

 

 

Das Fünfte Gebot Gottes

  • Wie lautet das fünfte Gebot Gottes ?

Das fünfte Gebot Gottes lautet:

Du sollst nicht töten.

Das Theaterstück „Terror“ von Erfolgsautor Ferdinand von Schirach entwirft ein schockierendes Szenario: Ein Passagierflugzeug soll in ein vollbesetztes Stadion geflogen werden. Und es wirft eine grundlegende moralische Frage auf: Darf ein Kampfpilot die Maschine abschießen? Darf man das Leben weniger Menschen opfern, um eine große Zahl zu retten. Das Stück kommt jetzt auch in Dresden auf die Bühne, nachdem es an zahlreichen Theatern in Deutschland gezeigt wurde. Das Besondere: Das Publikum kann am Schluss über die Schuld des Kampfpiloten abstimmen. MDR FIGARO widmet dem Thema ein Spezial. Quelle

Anläßlich Kosovokrieg und Irakkrieg war es ganz erstaunlich, wie selbst höchste Kirchenmänner, aber auch Damen, versucht haben, das fünfte Gebot zu relativieren.  Unter gewissen Umständen, zum Selbstschutz oder zum Schutz vor Terror dürfe man schon töten.  So wurde gerade in christlichen Ländern und besonders deren Streitkräften das 5. Gebot mehrfach upgedatet – welche Version wir wohl heute haben?

5. Gebot 5.0 ? Oder schon höher?

Ein US-General meinte gar

Wir müssen töten, um das töten zu stoppen!

Oder die Antwort-Version von „Mad“eleine  Albright

Jedenfalls wird nicht lange gefackelt, wenn man einen feindlichen anfliegenden Flugkörper abschießen muß. Heute werden allerdings bald  mehr Menschen durch Drohnen getötet, als durch Kampfpiloten. Im Kriegsfalle also gar keine Frage.

Durch den Abwurf der Atombomben auf Japan wurde die Frage auch schon geklärt:

Um einen verlustreichen Krieg endlich zu stoppen, habe man die A-Bomben geworfen, so die offizielle Version. Gedacht waren sie eigentlich für Hitler-Deutschland. Es wurden also nocheinmal Hundertausende geopfert, um Millionen zu retten?

Bundesverfassungsgericht: Abschuss entführter Flugzeuge mit Unbeteiligten an Bord in Deutschland unzulässig, 1 BvR 357/05  Quelle

In manchen Ländern ist es nicht ratsam, ohne Waffe das Haus zu verlassen. Deutschland bewaffnet sich gerade. Eventuell wirft sich die Frage dann schnell für den einen oder anderen auf: Darf ich jemand erschießen, um meine Familie selbst zu beschützen?

Kopfschuss: Jäger tötet Einbrecher

Ein Hausbesitzer (63) hat in der Nacht in Neuenrade-Affeln (NRW) mit einem Revolver auf einen Einbrecher geschossen. Der 18-jährige Albaner starb später an den Folgen des Kopfschusses. Der Schütze, der als Jäger die Waffe legal besitzt, gab an, in Notwehr gehandelt zu haben. Der Einbrecher habe ein Messer in der Hand gehabt. Der 18-Jährige kam als unbegleiteter Minderjähriger nach Deutschland, lebte zuletzt in einer Unterkunft
Kopfschuss: Jäger tötet Einbrecher 

Nun ermitel die Mordkomission.

Jüdische Siedlerin getötet

Mutmaßlicher Messerstecher gefasst

Die Gewalt im Nahen Osten nimmt zu. Zuletzt verübten Palästinenser Attentate auch innerhalb jüdischer Siedlungen. Ein mutmaßlicher Täter, der eine Frau erstochen haben soll, wird nun gefasst. Er ist minderjährig. Quelle

Es sind keine von langer Hand geplanten Bombenanschläge, wie es früher der Fall war, sondern spontan anmutende Attacken mit Messern, mit denen die Zivilbevölkerung in Israel terrorisiert wird.

Ministerpräsident Netanjahu und andere Politiker warnen schon vor einer dritten Intifada. Intifada (arabisch für „sich erheben“, „Aufstand“) ist die palästinensische Bezeichnung für Auflehnung gegen Israel. Die Protestaktionen münden häufig in Gewaltspiralen mit vielen Toten. Während der als „Krieg der Steine“ begonnenen ersten Intifada von 1987 bis 1993 verloren etwa 2200Palästinenser und 200 Israelis ihr Leben. Als Auslöser der zweiten Intifada gilt ein demonstrativer Besuch des damaligen israelischen Oppositionsführers Ariel Scharon im September 2000 auf dem Tempelberg an der Al-Aksa-Moschee in Jerusalem. Diese „Al-Aksa-Intifada“ erfasste bald die besetzten Palästinensergebiete und das gesamte israelische Kernland. Quelle

Mittlerweile fackelt man nicht mehr lange und mutmaßliche Messerstecher werden sofort erschossen. Über zweihundert sollen es in wenigen Wochen gewesen sein, etliche Minderjährige und sogar Kinder darunter.

Wenn also nach Schirachs Theaterstück das Publikum abstimmt, dann dürfte das Ergebnis von Land zu Land stark schwanken! 

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  1. Oskar Lafontaine: Wenig. Bush und Blair sind für den völkerrechtswidrigen Krieg im Irak verantwortlich. Sie rechtfertigen diesen Krieg mit dem scheinheiligen Argument, damit den Terrorismus zu bekämpfen. Die Bundesregierung definiert im Gesetzentwurf zur Anti-Terror-Datei Terroristen als Personen, die „rechtswidrig Gewalt als Mittel zur Durchsetzung international ausgerichteter politischer oder religiöser Belange anwenden oder eine solche Gewaltanwendung unterstützen“. Gemäß dieser Definition müssten auch Mitglieder des Bundestags, Georg Bush und Tony Blair in die Datei aufgenommen werden.
    http://www.linksfraktion.de/im-wortlaut/kapitalismus-produziert-leid/

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