Angefeuert wird die Stimmung rund um das Kotti seit einigen Monaten durch eine Art Kriegsberichterstattung von Boulevard bis Jungle World. Es gehe um den Tourismus; Szenekneipen und Immobilienbesitzer würden um ihr Renommee fürchten – es geht also ums Geld?

Ein gewisser Landowski wollte das Neue Kreuzberger Zentrum einmal in die Luft sprengen, weil man die Probleme nicht in den Griff bekam.

„Man muß den Mut haben, Gebäude wie das Neue Kreuzberger Zentrum oder den Sozialpalast in Schöneberg zu sprengen“, sagte er.

Abriß: Menschenverachtend? Vernünftig? | Berliner-Kurier.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.berliner-kurier.de/abriss–menschenverachtend–vernuenftig–17799056#plx824997376

Nachdem ich lange in SO36 gewohnt habe, bin ich wegen meiner zwei kleinen Kinder Anfang der 80er in eine größere Wohnung am Kottbusser Tor gezogen.

Vor 30 Jahren aber schleunigst weg: Straßenschlachten, eine Bombe im Kulturzentrum, ein linker türkischer Lehrer wurde von rechten Grauen Wölfen getötet usw.

Viele Gastarbeiter zogen auch weg, wollten ihre Kinder nicht dort aufwachsen lassen. Dass sich dort aber auch viele Leute ausgesprochen wohl fühlen,  ist auch bekannt. Wer sich selbst gerne regelmäßig die Lampe anknipst, der ist doch da am richtigen Platz.

Besonders wohl fühlen sich am Kotti und Umgebung auffällig viele Strategen, die weit ins Berliner Umland fahren, um dort Plakate in die Luft zu halten mit Aufschriften wie „Besorgte Bürger entsorgen“ bzw. „Bomber Harris, do it again„.

Besorgte Bürger

Oder manche sind über Jahre extra dort hin gefahren, um am ersten Mai mal ordentlich Randale zu machen.

Das ist ja das Fatale: Menschen, die das Kotti-Milieu lieben, fahren hunderte Kilometer, um Menschen mit anderen Lebensvorstellungen entgegenzutreten.

An No-GO – Areas besteht ein gesteigertes Interesse. Dort braucht man den Staat nicht mehr, es gelten eigene Gesetze – oft das Gesetz des Stärkeren. Es werden keine Behörden benötigt, wenn man Papiere, Geld oder Waffen benötigt. Drogenhandel ist ALLTAG. In gewissen Ghettos in Deutschland kann man jahrelang völlig anonym leben. Dazu gab es BKA-Konferenzen, deren Resultate, wenn überhaupt, nur in stark abgemildeter Form an die desinteressierte Öffentlichkeit gelangten.

Der Kotti ist aber weder Johannesburg geschweige denn Ciudad Juárez, noch nicht mal das Raval in Barcelona. Es gibt reale Probleme, aber die sind weder »außer Kontrolle«, noch werden sie durch mehr Polizei gelöst. „Todeszonen“ wie in den berüchtigten US-Ghettos sind hier noch nicht, obwohl einige Drogensüchtige in den Treppenhäusern rund um den Kotti ihr Leben gelassen haben.

Ich selbst kam dazu, als ein Drogensüchtiger aus dem 10. Stock sprang. Ein anderer im Suff die Wohnung in die Luft jagte. usw. usw.  In der Skalitzer wurde ein Zuhälter tot aufgefunden. Das volle Berlinprogramm eben.

Eigentlich zeigen diese „besonderen Kieze“ in Deutschland natürlich ein Abbild unserer Gesellschaft, nur in übersteigerter extremer Ausformung. Manchen gefällt das – es ist „cool“ – spannend! Eine bestimmte Partei sieht evtl. mit besonderem Interesse hin, weil es auch Szenen mit minderjährigen Kindern gibt, die dann etwa mit dem in gewissen Kreisen als „Zahlungsmittel“ bekannten Crystal Meth bezahlt werden. Gegen die Schmerzen. Ein Zahnarzt,  der noch im Kiez verblieben ist, weiß zu berichten, dass minderjährige Stricher schon keine Zähne mehr haben, weil vom Crystal zerfressen.

Das regt gewisse Zeitgenossen aber nicht auf. Wenn Jugendliche zugedröhnt in der eigenen Pisse und Kotze liegen – Hauptsache „nazifrei“ !

Man möchte den Kiez  „nazifrei“ – aber bloß nicht drogenfrei.

Lesen sie auch  und

Kreuzberg war mal ein Synonym für Multikulti, Gelassenheit und Toleranz. Vorbei. Die Kriminalität eskaliert, und die Menschen haben Angst. Quelle 

Ein mutmaßlicher Taschendieb hat am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg auf zwei Frauen eingeschlagen. Der Mann hatte sich in der Nacht zum Sonntag an der Handtasche einer 32-Jährigen zu schaffen gemacht, wie die Polizei mitteilte. Die Frau bemerkte das und stellte ihn zur Rede. Quelle

Don’t touch my Kotti!

Die Sicherheitsprobleme am Kottbusser Tor sind von den sozialen Veränderungen im Kiez nicht zu trennen. Von einer polizeilichen Befriedung, wie sie sich einige wünschen, würde vor allem die Tourismusbranche profitieren.

VON DORIS LIEBSCHER UND CARL MELCHERS

In Berlin-Kreuzberg – und weit darüber hinaus – wird gegenwärtig viel diskutiert:

»Kippt der Kotti?«

Unter dieser Frage wird so allerhand subsumiert. Zuvorderst die Drogenszene sowie eine Reihe von Taschendiebstählen und Überfällen, die auf das Konto von jugendlichen, als »nordafrikanisch« klassifizierten Männerbanden gehen sollen. »Die Nordafrikaner« sind auch das neue Feindbild der Bar-, Club- und Restaurantbetreibenden in der Berliner Partymeile, die sich vom Kottbusser Tor bis zum RAW-Gelände in Friedrichshain erstreckt. Read more

 

 

 

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  1. […] Quelle: Kottbusser Tor jetzt dank Antifa “nazifrei” […]

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