raeumung_taeglich

Die Räumung einer Datsche am Saatwinkler Damm hat die Herzen der Berliner doch berührt. Die 77jährige Rentnerin kollabierte während der Räumung, der demente Ehemann konnte nur hilflos zusehen, wie die Räumung vollzogen wurde.

Hier war aber offensichtlich kein geldgieriger Miethai der Auftraggeber, sondern der Kleingartenverein, für den der geräumte Rentner jahrelang selbst im Vorstand war. Das Ganze hat auch eine entsprechende Vorgeschichte. Das Rentnerpaar kommt wohl beim Sohn in dessen Ein-Raum-Wohnung unter.

Zwangsräumungen kommen nicht von heute auf morgen, sondern haben immer eine längere Vorlaufzeit, die meistens mit nicht gezahlten Mieten und anschließender Ignoranz der entsprechenden Modalitäten zu tun hat. Man ignoriert die Mahnungen, bis es zu spät ist. Manchmal ist es dann wirklich ZU SPÄT

Tod nach Räumung

 

Zahl der Zwangsräumungen steigt auffällig

Trotzdem ist der Fall ein trauriger Anlass, auch hier mal wieder genauer hinzusehen. Denn das wissen wir nur zu gut, dass in Deutschland alles wunderbar geregelt ist, man aber an der schönen Fassade nicht kratzen darf. Denn da kommt auf allen Gebieten schnell Übelstes zum  Vorschein. Und eine Wohnungsräumung ist in der aktuellen Situation, in der Hundertausende zuwandern und Wohnraum suchen und auch bekommen, besonders heikel.

Wenn nun der Fall des Rentner-Ehepaares durch die Medien geht, dann kann man nur hoffen, dass sich aufgrund der entstandenen Öffentlichkeit eine Lösung finden wird. In Berlin sind aber bekanntlich die Ämter hoffnungslos überlastet, die einfache Verlängerung des Ausweises ist bereits ein langwieriges, höchst unerfreuliches Abenteuer!

Zumal das Rentner-Ehepaar TÄGLICH alleine in Berlin über 20 Leidensgenossen hat.  Und da wird es dann schon interessant, weshalb in nur fünf Jahren sich die Zwangsräumungen verdreichfacht haben.  Nach unserer Recherche sind es mittlerweile bundesweit 70 000 jährlich .

Dabei beginnt die Armutsfalle ausgerechnet oft mit einem Eigenheimbau, in das sich viele naiv von ihrer Bank hinschwatzen lassen. Beim kleinsten Zahlungsverzug wird dann eiskalt geräumt. Krankheit und Arbeitslosigkeit sind meistens die Ursache.

Bekanntlich haben wir in Deutschland regelrechte Schrumpfregionen, in welchen man diese geräumten Häuser dann billigst erstehen kann. Der Trend lässt sich schon heute ablesen: In Chemnitz werden stattliche freistehende Häuser für 25.000 Euro und weniger angeboten.

Fast ebensoviele Menschen wie aus Wohnungen geräumt werden, verlieren auch ihr Eigenheim und müssen es oft unter großen finanziellen und persönlichen Verlusten aufgeben – häufig kommt es danach zur Scheidung der Ehepartner. Nach einer Wohnungsräumung landen viele als Dauercamper auf Campingplätzen oder eben in Kleingartenanlagen.

Wer heute in Deutschland Schulden hat, der kommt kaum wieder aus der Schuldenfalle heraus. Die Schuldnerberatungen sind hoffnungslos überlastet und wer sich an private Strategen wendet, dem werden die letzten Reserven auch noch genommen.

Das ganze System der Schuldenberatung mit anschließender Justiz ist nämlich von den interessierten Interessengruppen (Sodalitäten) ganz nach ihren Wünschen maßgeschneidert. Eine regelrechte Zwickmühle wurde hier aufgebaut, nicht jeder hat Jura studiert, was man heute in Deutschland eigentlich müßte.

Aber, was kaum bekannt ist, nicht nur viele Arztpraxen stehen heute Dank diverser Gesundheitsreformen unter Bankenaufsicht, wir haben auch eine Juristenschwemme.

Nicht nur der Bundestag ist voller Juristen, wir haben gut dreimal so viel Juristen, wie Deutschland eigentlich benötigt. Die goldenen Zeiten des leicht verdienten Geldes sind auch hier vorbei. So lautet die erste Frage eines Anwaltes beim Erstgespräch heute gern: „Haben Sie denn schon mal Geld mitgebracht?“ Viele gehen etwa als „Abmahner“ im Internet höchst zweifelhaften Tätigkeiten nach.

Die raffinierte finanzielle Struktur der Justiz, läßt viele aus der Schuldenfalle direkt in die Justiz- und Anwaltsfalle tappen. Dort wird dann der Rest erledigt. Denn ohne Geld braucht heute niemand mehr die Justiz bemühen. Wer denkt, dass er über Prozesskostenhilfe weiterkommt, der wird sich schnell bitter enttäuscht sehen. Das Formular für die Kostenübernahme ist fast deckungsgleich mit dem des Offenbarungseides.

Ohne Geld wird in Deutschland niemand ernst genommen, ist praktisch vogelfrei.  

Prozesskostenhilfe wird nur gewährt, wenn man Chancen auf Erfolg hat. Trotzdem sind solche Verfahren für alle Beteiligte nur ein lästiges Zubrot. Wenn jemand einen Anwalt findet, der sich im Rahmen der Prozesskostenhilfe für seinen Mandanten einsetzt, dann hat man die berühmte Nadel im Heuhaufen gefunden.

So wie die Öffentlichkeit mit zahlreichen „Arztserien“ im TV über die tatsächlichen Verhältnisse im Gesundheitswesen getäuscht wird, so haben auch die entsprechenden „Anwaltsserien“ nur diesen Zweck: Eine falsche Wirklichkeit zu vermitteln.

Die finanzielle Situation im Rechtswesen wird natürlich von den kapitalträchtigen Sodalitäten entsprechend ausgenutzt. Gerade wenn einer mit Prozesskostenhilfe daherkommt, dann ist das ein Kinderpiel für einen gewieften Anwalt, die arme Seele fertigzumachen.

Recht muß man sich leisten können

Große Versicherungen klagen dann eben so lange und so umfangreich, dass über Jahre der Gegner fertig ist. Auch wenn dieser eigentlich im Recht ist. Beim Patentrecht wird das gerne angewandt, um Patentinhabern ihr Patent regelrecht zu „rauben“.

Diese Verhältnisse sind leider kein „schicksalhaftes“ Ergebnis unglücklicher Umstände, wie etwa Finanzkrisen immer dargelegt und entschuldigt werden, sondern geschickt aufgebaute Strukturen, die man sich maßgeschneidert geschaffen hat.

Immer mehr Bürgern wird heute klar, wie sehr sie in der Falle sitzen und wie wenig man durch die „Wahlen“ändern kann. Da kann man dann regelrecht froh sein, wenn man noch Arbeit hat und sich nur in WohnHAFT befindet. Dann hat man zwar über 54000 Euro anteilige Staatsschulden und muß über ein halbes Jahr für den Staat arbeiten – aber sonst ist man doch zufrieden und wählt die handelnden Strategen und Sodalitäten immer wieder.

Die Bundesregierung hatte vor einiger Zeit die Nudging-Kampagne #gutleben gestartet. Der Bürger konnte seine Vorstellungen vom „Guten Leben in Deutschland“ im „Bürgerdialog“ einbringen. Zwanzig Prozent der Bevölkerung in Deutschland leben heute in prekären Lebensumständen, sind nach deutschem Maßstab gar „arm“. Besonders die vielen prekären Arbeitsverhältnisse machen Sorgen. Allerdings gilt man heute als „besorgter Bürger“ schnell als „Rechtsideologe“.  Wird nicht wirklich gern gesehen, wenn man sich „Sorgen“ macht und diese gar öffentlich anspricht. Denn eine Nudging-Regierung lebt davon, dass möglichst überall Friede, Freude. Eierkuchen herrscht.

Wenn also die prekären Arbeitsverhältnisse zu großer Altersarmut führen werden und die Singelgesellschaft viele einsame (und wehrlose) Alte produziert, gleichzeitig aber die Industrie 4.0 heraufdämmert, die viele tausend Arbeitsplätze überflüssig macht, dann darf man sich schon mal Sorgen machen.

Zumal wir ganz offensichtlich gerade eine der schwächsten Regierungen der Nachkriegszeit haben, die sich nur noch hinter „geschwärzten und gesperrten“ Akten verstecken und am Leben halten kann. Die Minister mit pikanten Biographien hat und sich selbst Abgeordnete per Gericht Informationen erstreiten müssen.

Also ich mache mir Sorgen, auch wenn das einem Urban Priol nicht gefällt.

 

 

 

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  1. Täglich werden in Berlin über 20 Wohnungen zwangsgeräumt. In wenigen Jahren haben sich die Räumungen verdreifacht. Deutschlandweit sollen es um die 70 000 jährlich sein. Dabei fällt auf, dass es überwiegend Rentner und HARTZ IV – Empfänger trifft. Diesen Menschen fehlt leider das Geld, um sich entprechenden Rechtsbeistand zu leisten. Recht muß man sich leisten können in Deutschland. Der ‪#‎Rechtsstaat‬ ist zum Luxusgut geworden.
    Da kommt noch einiges auf Deutschland zu, wenn sich diejenigen, die heute in prekären Arbeitsverhältnissen sind, im Alter keine Wohnung mehr leisten können.
    Durch die Singelgesellschaft werden viele Alte im Alter auch sehr einsam und wehrlos sein. Und im Hintergrund dämmert ohnehin die „Industrie 4.0“ herauf, die viele Arbeitsplätze sowieso überflüssig macht. ‪#‎wastustdu‬ ? ‪#‎Neuwahlen‬ ‪#‎sapereaude‬ ‪#‎mussmanwissen‬

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