HALO im Anflug

Von „künstlichen Zirren und Eiswolken“ muß man sprechen, wenn man eine öffentliche Einrichtung ist. Andere hauen da schon mal den Begriff Chemtrails raus. Die Verschwörungstheoretiker und Aluhutträger halt !

Lachend sitzen die allwissenden TV-Moderatoren im Studio und zeigen grinsend auf persistente Kondensstreifen: Hihi, weiß doch jeder, dass das harmloser gefrorener Wasserdampf ist.

Da hätten sie aber mal dem Meteorologen Donald Bäcker zuhören sollen, der noch vor COP21 im TV auf das Klimagas No. I hingewiesen hat:

Wasserdampf

Selbst wenn wir es bei den „künstlichen Zirren“ – so nennt sie das Umweltbundesamt – nur mit Wasserdampf zu tun hätten, so wäre albernes Lachen bereits hier unangebracht. Denn die Kondensstreifen bedecken schon heute einen beträchtlichen Teil des Himmels und sind durchaus klimarelevant.

Die Flugzeugabgase werden dazu noch in sensible Luftschichten getragen und sind mindestens mit einem Faktor drei gegenüber bodennahen Abgasen einzustufen.

Weshalb dann ausgerechnet immer bei diesem Thema das dummdreiste Gegrinse und Gegröle der Wasserdampf-Konspiratisten?

Soll doch von einer größeren Sauerei abgelenkt werden? Sind die militärischen Aktivitäten zum Thema „Wetter“ doch nicht ganz so harmlos, wie per Nudging verbreitet?

Jedenfalls betreibt man einen erstaunlichen Forschungsaufwand diesbezüglich. Über das Forschungsflugzeug FALCON und die Geophysica haben wir schon berichtet.

Da wäre dann noch das Forschungsflugzeug HALO !

Um die Klimawirkung natürlicher Eiswolken und der vom Luftverkehr erzeugten Kondensstreifen detailliert zu untersuchen, startet das Forschungsflugzeug HALO am 24. März 2014 zum ersten von insgesamt zwölf Messflügen.

Unter Federführung des Deutschen Zentrums für Luft– und Raumfahrt (DLR) untersucht ein etwa 100-köpfiges Team von Wissenschaftlern verschiedener Atmosphärenforschungsinstitute die Bildung, den Lebenszyklus und die Klimawirkung der Zirren und „Kondensstreifen-Zirren“.

Kondensstreifen sind beim Abgasgeschehen am Himmel eigentlich die Ausnahme und nicht die Regel. Denn bei den weltweiten Flügen finden nur ein Drittel die Voraussetzungen für Kondensstreifen in der Atmosphäre vor. Langlebige, persistente Zirren-Kondensstreifen sind dann nocheinmal die verschärfte Ausnahme. Sie werden in der Fachliteratur beschrieben und sind eigentlich gut erforscht.

Seit einigen Jahren sind die seltenen künstlichen Zirren aber eine „ganz normale“ Erscheinung geworden, die in der Öffentlichkeit trotzdem nur lapidar wahrgenommen werden. Da muß es schon mal ganz dick kommen, wie etwa in Berlin oder Stuttgart, dass innerhalb kurzer Zeit der Himmel regelrecht zugezogen und gedimmt wird, damit die Leutchen vewundert nach oben schauen: „Nanu? – aber Gott sei Dank – nur harmloser Wasserdampf“. Das nennt man mal erfolgreiche Lobbyarbeit!

Aber siehe da:

Die Wissenschaftler legen dabei ein besonderes Augenmerk auf die langlebigen Kondensstreifen-Zirren des Luftverkehrs. Inwieweit sich die Eigenschaften dieser künstlichen Wolken von den natürlichen Zirren unterscheiden, ist bislang ungeklärt. „Neue Erkenntnisse zeigen, dass die wärmende Klimawirkung von Kondensstreifen-Zirren möglicherweise stärker ist, als die durch den Kohlendioxidausstoß des Luftverkehrs“, erklärt Kampagnenleiterin Prof. Dr. Christiane Voigt, Wissenschafterin am DLR-Institut für Physik der Atmosphäre und an der Universität Mainz. Lokal gibt es jedoch massive Unterschiede. „Mit HALO werden wir umfassende Messdaten sammeln, um Modellergebnisse besser zu untermauern und bestehende Unsicherheiten zu reduzieren“, so Voigt weiter.

So richtig lustig hört sich das gar nicht an, zumal die Feinststaubbelastung in Berlin nicht nur aus bodennahen Quellen kommt?

Aber, um die Öffentlichkeit zu täuschen, setzen wir erst einmal einen „Verschwörungstheorie-Aluhut“ darauf – und sind das nicht auch Nazis, die sich mit Flugzeugabgasen beschäftigen, wie die TTIP-Demoteilnehmer „von dunklen Hintermännern“ gesteuert?

Jedenfalls beschäftigt sich das DLR hochoffiziell mit dem Himmelsgeschehen:

Drei Tonnen hochmoderne Messtechnik an Bord

Eine innovative Intrumentierung unterstützt die Atmosphärenforscher an Bord von HALO bei ihrer Arbeit. „Seit mehreren Jahren haben wir in Vorbereitung für ML-CIRRUS neue Messmethoden entwickelt, um die Eigenschaften von Zirren und Kondensstreifen sehr genau zu erfassen“, berichtet Dr. Andreas Minikin vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre, der gemeinsam mit Christiane Voigt die Forschungskampagne leitet. „Aktuell fliegt HALO mit einer der modernsten Wolken-Instrumentierungen weltweit: Insgesamt sind das knapp drei Tonnen experimentelle Nutzlast.“ Die Ausrüstung des Forschungsflugzeugs umfasst neben dem Lidar, einem Laser-Experiment zur Fernerkundung von Wolken, neun verschiedene Wolkensonden, die direkt unter den Tragflächen montiert sind sowie eine komplexe Aerosol-, Wasserdampf- und Spurengasinstrumentierung in der Kabine.

Alle Achtung – und die „Chemmies“ werden ständig nach einem „Wetterballon“ gefragt. DA kann man dann mal lachen!

Beim DLR schreibt man dazu:

Wie ein wärmender Schal

Dünne Zirren und Kondensstreifen können regelmäßig bei klarem Wetter am Himmel beobachtet werden: Sie legen sich wie ein wärmender Schal um die Erde. Wie stark die Erwärmung tatsächlich ausfällt ist Gegenstand der aktuellen Forschung und hängt von vielen Parametern wie der Größe und Anzahl der Eiskristalle in den Wolken, der Höhe der Wolken und ihrer Lebensdauer ab. Außerdem beeinflusst die Form der Eispartikel ihre Strahlungswirkung: „Ein regelrechter Zoo von Säulchen, Plättchen und komplizierter verästelter Eiskristalle erwartet unsere Instrumente“, verrät Voigt. Unter bestimmten Bedingungen können die Eiswolken sogar kühlen. Um diese vielseitigen Klimawirkungen von Zirren und Kondensstreifen besser zu verstehen, benötigen die Wissenschaftler genaue Daten über die Anzahl, Form und Größe der Eiskristalle, die von einem Tausendstel Millimeter bis zu mehreren Millimetern variiert. HALO verfügt daher über verschiedene, komplementäre Messinstrumente. Die gesammelten Wolkeninformationen fügen sich am Ende wie in einem Puzzle zu einem Gesamtbild. Im Anschluss an die Wolkenmessungen mit dem Forschungsflugzeug HALO vergleichen die Wissenschaftler die Ergebnisse mit Messreihen von Fernerkundungsstationen am Boden und überprüfen globale Satellitendaten. Die Messergebnisse dienen als Grundlage für detaillierte Prozessmodelle und somit der Verbesserung globaler Klimavorhersagen.

Die Messergebnisse dienen als Grundlage für detaillierte Prozessmodelle und somit der Verbesserung globaler Klimavorhersagen

Detaillierte Prozessmodelle – nur wirklich anwendbar, wenn die geheimen Aktivitäten des Militärs mit einfließen würden. Und der „Oberflächenfilm“ der Weltmeere bringt auch nochmal alles durcheinander ! Ganz schön kompliziert.

Gut, dass hier so zahlreiche Experten und Strategen am werkeln und klimaklempnern sind.

ML-CIRRUS: Gemeinsame Mission vieler Forschungsinstitute

Die umfassende Wolken-Messkampagne deutscher Atmosphärenforscher wird unter Federführung des DLR gemeinsam mit den Universitäten in Mainz, Leipzig, Frankfurt, Heidelberg, der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), sowie dem Forschungszentrum Jülich, dem Karlsruher Institut für Technologie, dem Leibniz-Institut für Troposphärenforschung in Leipzig, der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, dem Max-Planck Institut für Chemie und der Eidgenössisch-Technischen Hochschule in Zürich durchgeführt. Die DLR-Einrichtung Flugexperimente ist für den Betrieb des Forschungsflugzeugs HALO, einer umgebauten und stark modifizierten Gulfstream G550, verantwortlich. „HALO ist weltweit eines der modernsten Messflugzeuge in der Atmosphärenforschung“, sagt der Leiter des DLR-Flugbetriebs Oliver Brieger. „Bis 2018 sind mit HALO acht weitere große wissenschaftliche Missionen geplant.“

Über HALO

Das Forschungsflugzeug HALO ist eine Gemeinschaftsinitiative deutscher Umwelt- und Klimaforschungseinrichtungen. Gefördert wird HALO durch Zuwendungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Helmholtz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), der Leibniz-Gemeinschaft, des Freistaates Bayern, des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ, desForschungszentrums Jülich und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

 

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