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Minister de Maizière – Fehlbesetzung vom Amt überfordert und gezeichnet ?

In Hannover hat dann kurzfristig doch der Terror gesiegt und man mußte das Spiel absetzen. Ministerfehlbesetzung de Maizière sprach von „Hinweisgebern“, die entsprechende ernste Warnungen geliefert hätten.

Während also die Regierung selbst „Hinweisgeber strafrechtlich bedroht„, so verläßt sie sich dann aber auf solche. Ein Zeichen für geistige Verwirrung?

„Westlichen Lebensstil und Freiheit“ nicht kaputt machen lassen – „Weitermachen, trotz Terror“ heißt die Devise. 

Ich gebe ehrlich zu, dass ich als junger Familienvater mitten in Berlin am Kottbusser Tor dann letztendlich doch gekniffen habe.

Die Miete war mit knapp 1000 Mark nicht gerade wenig und die Kinder kamen oft ohne Spielzeug nach Hause. Das Ketcar oder Fahrrad konnte man dann in den umliegenden Trödelläden wieder finden oder im Zentrallager der Polizei in Tempelhof abholen – wenn man Glück hatte.

Dazu kamen damals zahlreiche Straßenschlachten. Auch wenn der unter Leserschwund leidende TAGESSPIEGEL heute schreibt DANKE LIEBE ANTIFA , mit kleinen Kindern war das schon grenzwertig. Dann kamen noch bürgerkriegsähnlich Schlachten zwischen Kurden und „Grauen Wölfen“ dazu – ein toter Lehrer schließlich.

Wir Bürger versuchten recht hilflos gegenzusteuern. Gründeten aber keine Bürgerwehr sondern einen Bürgerverein zur Begrünung des Kottis.

Damals gab es noch einen Buchladen, Aquariengeschäft, gemütliches Cafe und urige Kneipe, die alle mit einer Spende das Projekt unterstützten. Es wurden Bäume und Büsche, sogar Rosen, gepflanzt. Als Höhepunkt gab es wohl eine historisch einmalige „Kleintierausstellung“ in Zusammenarbeit mit dem sozialen Jugendprojekt am Böcklerpark. Ein Förster aus Wannsee stellte „Riesenrammler-Kaninchen“ aus. Leider hatte der RBB damals kein Interesse an einer Berichterstattung !

Geholfen hat das nichts. Der RBB kam 1986 dann doch zu einem Bericht:

In der Nacht zum Ostersonntag 1986 explodiert eine Bombe auf der Galerie des NKZ vor den Räumen der Deutsch-Arabischen Gesellschaft. Elf Menschen werden verletzt, einige davon schwer. Obwohl ich hunderte Meter entfernt wohnte, drückte es mir fast die Wohnzimmerscheibe heraus !

Ich machte damals nicht weiter wie bisher. Auch viele andere zogen weg. Zurück blieb ein prekärer Rest. Die Bürger gingen, Junkies und Alkoholiker übernahmen das Kotti. Tote lagen morgens in den Fluren.

„Man muss den Mut haben“, sagte Landowsky, „Gebäude wie das Kreuzberger Neue Zentrum oder den Sozialpalast in Schöneberg zu sprengen. Die müssen weg. Das sind Kriminalitätszentren, die kriegt man sonst nicht mehr in den Griff. Sonst kippt ganz Kreuzberg ab.

Die jungen türkischen Familien zogen weg, weil sie Angst hatten, dass ihre Kinder in Kreuzberger Schulen kein vernünftiges Deutsch mehr lernen.

 Nach 35 Jahren war ich wieder dort. Einige Bäumchen sind jetzt Bäume, vieles ist aber verwahrlost bzw. ganz weg.  Buchladen und Aquarien-Meyer auch weg. Hinziehen würde ich nicht mehr wollen.

Die Zukunft im Städtebau sieht nun „priviatisierte“ Städte vor. Ausgerechnet Polen ist da Spitzenreiter. So wie der Potsdamer Platz Privatgelände ist, werden die sicheren Städte der Zukunft wie Reservate abgeschirmt und privatisiert sein. Hoffentlich endet das nicht wie seinerzeit am Kotti: der Restbürger mit Trend zum Asozialen !

Weitermachen wie bisher in „geschützten Zonen“ ? 

Bevor man wirklich wie bisher weitermacht, etwa die Freiheit am Hindukusch verteidigt, was ja super funktioniert hat, sollte man nochmal ganz genau hinsehen, was man denn bisher so wirklich gemacht hat !

Die Franzosen etwa beim segensreichen Friedenswirken der brutalsten Söldnereinheit, der Französischen Fremdenlegion, die zu 85% aus Nichtfranzosen besteht. Von dort wechselten einige bestens ausgebildet zu diversen Terrorgruppen ! 

Zwar hatten wir auch in London Terror, aber beim gestrigen Fußballspiel gegen Frankreich fühlte man sich anders als in Hannover sehr sicher. Sonst wären die Hoheiten nicht dort aufgetreten.

Terroranschläge in London wären auch ein Treppenwitz der Geschichte. Einerseits ist London eine Drehscheibe der Finanzmärkte und muß auf einen Ruf als „Save Harbour“ achten – das ist überlebenswichtig für die spekulierenden Bankster.

Andererseits ist London DIE Drehscheibe der privaten und halbstaatlichen Söldnertruppen, die dort rekrutiert werden. So fühlen sich selbst führende Terrorstrategen in London und Great Britain sehr wohl, die Familie Bin Laden etwa.

Weitermachen wie bisher? Also die Ursachen ignorieren, die uns an den jetzigen Punkt gebracht haben? Da wäre ein kleines Problemchen: Selbst Bundestagsabgeordnete wissen gar nicht, was überhaupt so abgezogen wird, müssen sich Informationen per Gericht erstreiten, sitzen in Untersuchungsausschüssen vor geschwärzten und gesperrten Akten.  Die Geheimräterepublik ist heute gut abgeschottet und abgesichert.

Bevor man also weitermacht, müßten wir erst einmal wissen, was bisher gemacht wurde bzw. gerade gemacht wird. Das, was sie in den Medien sehen, hat mit der Wirklichkeit nicht mehr viel gemeinsam.

Dazu bräuchte man aber erst einmal eine Regierung, die wenigstens ein „epochales Jahrhundertereignis“ zu erkennen in der Lage ist, was  nach Aussage der Ministerfehlbesetzungen nicht der Fall war.

Die führenden Köpfe der Polizeigewerkschaften warnen deutlich. Zu wenig und zu schlecht ausgebildetes Personal stehe den potentiellen Terroristen gegenüber. Man befürchte, dass der normale Polizist hier überfordert sei. Was die zahlreichen Sondereinheiten treiben, weiß man ohnehin nicht. Hoffentlich bekommen die Gewerkschaftler nun keinen Ärger, wenn sie „staatsgefährdente Äußerungen“ von sich geben.

 

 

 

 

 

 

 

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