Die amerikanische Armee verdoppelt die Zahl der in Europa bereitgestellten Panzer und Fahrzeuge für Truppen aus Übersee. Nach den bisherigen Planungen sollten bis Ende des Jahres Panzer, Fahrzeuge und Ausrüstung für eine schwere Brigade in Europa stationiert werden, ein Teil auch in Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN). Nun soll die Ausrüstung für eine weitere Brigade, von 5000 Soldaten, nach Europa verlegt werden.

Quelle: http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/4651353-463-noch-mehr-us-panzer-nach-grafenwoehr,1,0.html

Der Truppenübungsplatz Grafenwöhr in der Oberpfalz in Bayern ist mit rund 230 Quadratkilometern der größte US-amerikanische Truppenübungsplatz in Europa.

2008 gab es eine Anfrage der Grünen zu den Umweltbelastungen. Die Regierung „verkauft“ Grafenwöhr als „Naturschutzgebiet“: Der Truppenübungsplatz Grafenwöhr gehört zu den landesweit bedeutsamen Naturschutzgebieten Bayerns und wird vom bayrischen Staatsministerium für Landes- und Umweltfragen als Schwerpunktgebiet des Naturschutzes geführt. Fast 90 Prozent der Fläche des Truppenübungsplatzes sind im Rahmen von „Natura 2000″ der EU-Kommission als Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiete (FFH-Gebiete) gemeldet, teilweise ausgenommen das Gebiet „Netzaberg“. Auf dem Truppenübungsplatz befinden sich u.a. mehrere prioritäre Lebensraumtypen, das größte Moor-Heide-Gebiet im südlichen Mitteleuropa sowie zahlreiche vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten. Das Gebiet hat zudem herausragende Bedeutung für den Vogelschutz. Mit der Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes 1998 wurde die FFH-Richtlinie in Deutschland in Bundesrecht umgesetzt.

– So wie man in Impfstoffen Quecksilber einfach „umbenennt“, um es verschwinden zu lassen, so macht man einfach ein Naturschutzgebiet aus Militärstandorten ! Evtl. um Besatzungskosten als Naturschutz zu deklarieren? Erkrankungen der Bevölkerung „gibt es natürlich nicht“ ! Das entspricht ganz der #Nudging Linie der Bundesregierung: Wir wissen nichts – das aber nach bestem Wissen und Gewissen.

Der Truppenübungsplatz Grafenwöhr ist als Gebiet DE 6336-301 „US-Truppenübungsplatz Grafenwöhr“ mit einer Fläche von 19 279 Hektar sowohl als Vogelschutzgebiet als auch als FFH-Gebiet Bestandteil des Netzes Natura 2000 ausgewiesen. – Ob sich die Vögel über die Panzer freuen werden?

Es gibt auf dem Truppenübungsplatz angeblich Raufußkauz, Eisvogel, Rohrdommel, Uhu, Schwarzstorch, Sperlingskauz, Neuntöter, Heidelerche, Fischadler, Wespenbussard, Birkhuhn, Auerhuhn, Biber, Fischotter, Luchs, Gelbbauchunke, Kammmolch, Groppe, Schlammpeitzger, Große Moosjungfer, Grüne Keiljungfer.

Allerdings: Für den Ausbau des TrÜbPl Grafenwöhr wurden in den Jahren 2003 – 2008 die für das EBG-Projekt (Efficient Basing Grafenwöhr) notwendigen Waldrodungen auf einer Fläche von gerundet 64 Hektar durchgeführt. Davon lagen 10 Hektar innerhalb des FFH-Gebietes und 54 Hektar außerhalb des FFH-Gebietes. Betroffen waren überwiegend junge Kiefernforste, die keinen FFH-Lebensraumtyp darstellten.

Zur Frage nach erhöhten Radon und Radiumwerten meinte die Regierung äußern zu müssen:

Trifft es nach Kenntnis der Bundesregierung zu, dass in den für die Wohnbebauung Netzaberg neu gebohrten Trinkwasserbrunnen der Stadt Eschenbach erhöhte Radon- und Radiumwerte gefunden wurden, und wenn ja, wie hoch sind die jeweiligen Werte, und wie beurteilt die Bundesregierung das Gefährdungspotenzial für die dort lebenden Menschen, vor allem für Kleinkinder?

Generell ist aufgrund der gegebenen geologischen Bedingungen in der Oberpfalz mit erhöhten Aktivitätskonzentrationen natürlicher Radionuklide, insbesondere von Radon-222, Radium-226 und ggf. auch Radium-228, im Trinkwasser zu rechnen. Dem Bundesumweltministerium liegen aber keine Messwerte über Radon- oder Radiumwerte von Trinkwässern aus Eschenbach vor. Ältere Untersuchungen zu Radioaktivitätsgehalten in Trinkwässern zweier Orte im Umfeld von Eschenbach haben eher unterdurchschnittliche Konzentrationen ergeben:

– Pressath (1980): 1,1 mBq Ra-226 pro Liter, 2,6 Bq Rn-222 pro Liter
– Pegnitz(1997): < 9 Bq Rn-222 pro Liter
– Creußen (1997): 8,1 Bq Rn-222 pro Liter

Allerdings zeigen die Ergebnisse des kürzlich abgeschlossenen bundesweiten Messprogramms des Bundesamtes für Strahlenschutz zu den Gehalten natürlicher Radionuklide in Trinkwässern, dass auch kleinräumig erhebliche Schwankungen der Konzentrationen auftreten können.

Gleichwohl haben Maßnahmen zur Verringerung der Strahlenexposition in diesem Dosisbereich vorsorgenden Charakter. Das gilt auch für die bei gleichen Radionuklidkonzentrationen gegenüber Erwachsenen höheren Strahlenexpositionen für Kleinkinder.

Die Formulierung: Bundesumweltministerium liegen aber keine Messwerte über Radon- oder Radiumwerte vor, das kennen wir ja bis zum Überdruss aus unseren Anfragen zur Chemtrailproblematik: Es liegen keine Werte vor. Und wenn, dann veraltete vom Sankt-Nimmerleinstag!

Auch diese Frage an die Regierung war 2008 interessant:

Ist die US-amerikanische Militär- oder Zivilpolizei befugt, innerhalb der Wohnbebauung Netzaberg Verkehrs- und Personenkontrollen durchzuführen?

Die Wohnbebauung auf dem Netzaberg liegt außerhalb des US-kontrollierten Truppenübungsplatzes Grafenwöhr. Sie gehört zum Stadtgebiet von Eschenbach und unterliegt keinerlei besonderem völkerrechtlichen Status, so dass hier ausschließlich deutsche Gesetze und Regelungen gelten. Unbeschadet der vorstehenden Ausführungen bleiben die generellen Befugnisse der US-Militärpolizei gegenüber US-Soldaten und Angehörigen des militärischen Gefolges bestehen. Darüber hinaus kann sie für die angemieteten Doppelhaushälften und für die Zuwegungen von den Erschließungsstraßen her das auf der Grundlage der Verpflichtungserklärungen mit dem Bund und dem Mietvertrag der Armee zustehenden Hausrecht wahrnehmen.

Trifft es zu, dass US-Soldaten, die außerhalb des Truppenübungsplatzes wohnen, ihre Waffen mit nach Hause nehmen, und wenn, ja, wie ist dies mit deutschem Waffenrecht vereinbar?

Über die Mitnahme von Waffen in die Wohnungen der US-Soldaten ist hier nichts bekannt.

Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die Stationierungsdauer der US-Streitkräfte in der Region?

Die Streitkräfte überprüfen ständig ihren Bedarf an Liegenschaften gemäß Artikel 48 Abs. 5 des Zusatzabkommens zum NATO-Truppenstatut und kündigen ggf. die Frei- und Rückgabe von Liegenschaften an. Eine solche Ankündigung liegt der Bundesanstalt für den TrÜPl Grafenwöhr nicht vor und ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten.

Keine krebserregenden Stoffe rund um Gelände

Das Grundwasser und die Böden rund um den Truppenübungsplatz Grafenwöhr sind nicht mit dem möglicherweise krebserregenden Stoff PFT (perflourierte Tenside) verseucht, so das Wasserwirtschaftsamt Weiden. Der Grünen-Abgeordnete Jürgen Mistol hatte gefordert, die Belastung durch PFT auf dem Truppenübungsplatz zu beenden.

Stand: 20.02.2015

Ein Blick auf die verschiedenen amtlichen Statistiken zeigt jedoch, daß die einzelnen Landes- und Bundesbehörden (Umweltbundesamt, Bundesministerium für Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen, Bundesverteidigungsministerium etc.) höchst widersprüchliche Angaben über die Anzahl der ökologischen Verdachtsflächen machen. Offensichtlich haben die deutschen Behörden den Umfang und die Art der Umweltbelastungen bis heute nicht genau ermittelt. Über die Umweltgefährdung durch Sprengstoffe und Munition sind bisher nur vereinzelt Studien veröffentlicht worden. Das Umweltbundesamt ermittelte 1993 insgesamt 4.336 Rüstungsaltlasten verschiedener Art in der BRD, da dabei aber nur 70% der tatsächlichen Problemzonen erfaßt wurden, wurde damals die Gesamtzahl auf circa 6000 Problemgebiete geschätzt.[ 12 ]

Gerhard Piper ist wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit (BITS) und schreibt 2003 zu 

Umweltgefahren durch Sprengstoffe und Munition

Die Explosion von Raketengefechtsköpfen stellt eine doppelte Umweltgefährdung dar, da neben dem Sprengstoff auch noch der restliche Treibsatz verbrennt und dadurch eine giftige und karzenogene Wolke freigesetzt wird. Sogar von den hölzernen Transportkisten der US-Munition geht eine Umweltgefahr aus, wie Rainer Knoll, Bioingenieur vom „Zusammenschluß umweltbewußter Bürger“ (ZuB) über den US-Truppenübungsplatz im bayerischen Grafenwöhr berichtete. Die Kisten seien mit Pentachlorphenol (PCP) verseucht gewesen. Viele deutsche Zivilbeschäftigten der US Army, die mit den Kisten zu tun hatten, starben an Krebs[ 35 ]. Ein besonderes Umweltproblem stellen die Blindgänger (Unexploded Ordnance – UXO) durch ihre andauernde Explosionsgefahr dar. So hatten US-Soldaten auf den Übungsplätzen Hohenfels und Grafenwöhr nicht-explodierte Munition einfach verbuddelt[ 36 ].

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  1. Sprengstoffe und Munition stellen offensichtlich ein Umweltproblem dar. Dies zeigen die Altlasten auf den ehemaligen Produktionsstätten, den Truppenübungsplätzen und Standortschießanlagen. Die Einführung der SINTOX-Bewaffniung zeigte, daß sich die Bundeswehr durchaus der Gesundheitsproblematik ihrer Munition bewußt war. Wie groß dieses Problem ist, läßt sich nicht genau quantifizieren, weil entsprechende umfassende Untersuchungen nicht durchgeführt wurden. Hier ist die Bundesregierung aufgefordert, diese Lücke zu schließen und ausstehende Sanierungsmaßnahmen endlich durchzuführen. Es reicht nicht, um Verdachtsflächen auf Truppenübungsplätzen einfach Stacheldraht zu ziehen. Andererseits darf die Umweltgefahr durch Munition und Sprengstoff auch nicht überbewertet werden. Die Umweltprobleme durch Öl und Benzin sind auf den Übungsplätzen wesentlich größer. Für die Militärs mag es egal sei, ob die Munition, die zur Tötung des Feindes eingesetzt wird, nebenbei auch noch die Umwelt belastet, für die zivilen Anwohnern der Übungs- und Schießplätze ist sie eine konkrete, militärische Bedrohung. Es ist an der Zeit, daß die Ausnahmeregelungen für die Bundeswehr in den deutschen Umweltgesetzen ersatzlos gestrichen werden.

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  2. Why the fate of Ukraine and Azerbaijan are so important to America. Why viewing China as a menace is likely to become a self-fulfilling prophecy. Why America is not only the first truly global superpower but also the last—and what the implications are for America’s legacy. Brzezinski’s surprising and original conclusions often turn conventional wisdom on its head as he lays the groundwork for a new and compelling vision of America’s vital interests. Once, again, Zbigniew Brzezinski provides our nation with a philosophical and practical guide for maintaining and managing our hard-won global power.

    http://www.amazon.de/The-Grand-Chessboard-Geostrategic-Imperatives/dp/0465027261

    Wer fragen zur US-Politik hat: Zbigniew Brzezinski hatte es eigentlich 1998 schon schön erklärt !

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