Eine kleine Gruppe junger Umweltschutzaktivsten hatte mit der Aktion gegen den Ruß aus Ausflugsdampfern 2014 bundesweites Presse-Echo – evtl. sind dadurch wieder ein paar Spendengelder in die Kasse geflossen.

Selbst die TAZ schrieb:

BUND will Ausflugsdampfer versenken

und weiter:

Derzeit fahren rund 130 Ausflugsschiffe in Berlin. Im Vergleich zu Seeschiffen, die in der Regel mit Schweröl fahren, stoßen die zumeist mit höherwertigem Gasöl betriebenen Ausflugsdampfer zwar wesentlich weniger Ruß und Feinstaub aus.

Das hat mich auch gewundert, weshalb man sich ausgerechnet die kleinen Reedereien zur Brust genommen hat. Die großen Kreuzfahrtschiffe verbrauchen pro Tag 300 Tonnen giftiges Schweröl. Wenn so eine „schwimmende Stadt“ in den Hafen einläuft, dann applaudieren die Menschen und die Blasmusik spielt dazu. Da wäre man mit einem „Anti-Ruß-Transparent“ eigentlich an der richtigeren Stelle – aber auch reichlich komischen Blicken ausgesetzt?

dreckschleudern

Spiegel-Online schrieb zu diesem weltbewegenden Umweltskandal:

Wenn Autos und Laster in die Umweltzonen deutscher Städte fahren, brauchen sie Abgasfilter. Für Binnenschiffe, deren Weg auch durch die Städte führt, gilt das nicht. Umweltschützer wollen das ändern.

Auch die Berliner Morgenpost durfte dieses wichtige Thema nicht ignorieren:

Ausflugsdampfer sollen sauberer werden

Trotzdem hat mich diese Aktion nachdenklich gemacht und ähnlich verwirrt wie das Gedicht von

Georg Heym (I887-I9I2):

Berlin – Mützen aus Russ

Berlin
Schornsteine stehn in großem Zwischenraum Im Wintertag, und tragen seine Last, Des schwarzen Himmels dunkelnden Palast. Wie goldne Stufe brennt sein niedrer Saum.
Fern zwischen kahlen Bäumen, manchem Haus, Zäunen und Schuppen, wo die Weltstadt ebbt, Und auf vereisten Schienen mühsam schleppt Ein langer Güterzug sich schwer hinaus.
Ein Armenkirchhof ragt, schwarz, Stein an Stein,
Die Toten schaun den roten Untergang Aus ihrem Loch.

Er schmeckt wie starker Wein.

      Sie sitzen strickend an der Wand entlang, Mützen aus Ruß dem nackten Schläfenbein, Zur Marseillaise, dem alten Sturmgesang.

Volk der Dichter und Denker halt!

Aber ich habe es ja schon oft erzählt:

Im Sommer will man bei herrlichem Wetter z.B. in der Rummelsburger Bucht Boot fahren. Die Ausflugsdampfer rußen, das Werk Rummelsburg bläst kilometerlange Abgaswolken in den blauen Berliner Himmel, aber es bleibt schön.

Dann: es kommen ein halbes Dutzend Flugobjekte, die auf Flight Radar nicht auftauchen oder als billig-Airline relativ tief fliegen. Sie ziehen kreuz und quer Trails. Was das wohl für Flugrouten sein sollen? Und wenn man so im Boot sitzt, dann hat man Zeit! Zeit zu beobachten, wie diese Trails erstaunliche Qualitäten zeigen. An schönen Tagen müssen also über Berlin bei der Hälfte der eigentlichen Kondensstreifenhöhe und niedriger sehr kalte und feuchte Luftschichten liegen, die aber gleichzeitig noch sehr windig sind, denn die Trails werden „verweht“ (oft weht der Wind gleichzeitig in verschiedene Richtungen) und in einer gewissen Zeit ist der Himmel dicht und grau und ekelhaft! Was soll das? Wer macht das und warum?

Das interessiert keine Zeitung, ist auch kein geeignetes Thema für umweltschützende Spendensammler?

schachbrett

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»

  1. […] ist natürlich die “Ausflugsdampfer-Ruß-Katastrophe” !  Das war eine wunderbare […]

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